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Szenario des WestLB-Aufsichtsratschefs Rolf Gerlach: Große Fusionswelle innerhalb der deutschen Bankenbranche bis zum Jahr 2009

Sparkassen übernehmen Marktführerschaft / Frankfurter Großbanken droht Abstieg

Wie sieht die deutsche Bankenlandschaft in fünf Jahren aus? Ein bislang geheimes Zukunftsszenario des WestLB-Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Gerlach, das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 20. August 2004) veröffentlicht, gibt einen klaren Ausblick: Demnach schaffen es die deutschen Geldhäuser, die Neugestaltung ihrer Branche weit gehend selbst zu gestalten, der große Ausverkauf an ausländische Bankkonzerne findet nicht statt. Dennoch wird sich nach Ansicht Gerlachs einiges ändern: Die deutsche Finanzbranche wird im Jahr 2009 eindeutig vom Sparkassensektor beherrscht, den privaten Großbanken droht der Abstieg in die zweite Reihe.

Nach den Vorstellungen des WestLB-Aufsichtsratschefs bilden sich die beiden künftigen Marktführer aus dem Zusammenschluss der verschiedenen Spitzeninstitute der regionalen Sparkassenverbände heraus. Künftiger Branchenprimus, Gerlach nennt die Konstruktion „Nordwest AG“, ist der Zusammenschluss von WestLB, NordLB, Bremer Landesbank, Bankgesellschaft Berlin und HSH Nordbank.

Die Nummer zwei, von Gerlach „Südost AG“ getauft, entsteht durch die Fusion der BayernLB, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der SaarLB, der Hessischen Landesbank (Helaba), der SachsenLB und der Landesbank Rheinland- Pfalz.

Eine vergleichsweise günstige Prognose gibt Gerlach der Deutschen Bank. Der derzeitige Branchenprimus geht zwar im Jahr 2007 mit der Credit Suisse zusammen. Die Konzernzentrale bleibt aber in Frankfurt. Aber selbst mit dieser Megafusion kann die Deutsche Bank ihre Spitzenposition nicht verteidigen und rutscht auf Platz vier ab.

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