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Telekom will Bonusprogramm Happy Digits Arcandor überlassen

Deal dürfte angeschlagener Arcandor Liquiditätsspritze sichern / Kritik an Telekom-Finanzchef und künftigem Arcandor-CEO Eick

Die Deutsche Telekom steigt aus dem Bonusprogramm Happy Digits aus. Der
Telekom-Konzern will seine 51-Prozent-Mehrheit an der Kundenkartenfirma Cap an
seinen Partner Arcandor weiterreichen. Pikant daran: Der Kaufpreis für den
Telekom-Anteil soll bei nur acht Millionen Euro liegen, der Arcandor-Tochter
Karstadt könnte der Deal hingegen bis zu 53 Millionen Euro Liquidität
einbringen, berichtet das manager magazin in seiner am Freitag (19. Dezember
2008) erscheinenden Ausgabe.
Dabei handelt es sich um Geld, das Cap angelegt hat, um Kunden auszahlen zu
können, wenn diese ihre Bonusguthaben abrufen. Ändert Karstadt das
Geschäftsmodell, dürften erfahrungsgemäß nicht alle Happy-Digits-Kunden ihre
angesammelten Boni auch einfordern. Internen Berechnungen der Cap zufolge
könnte dann ein Restbetrag von über 50 Millionen Euro übrig bleiben. Von den
Telekom-Kunden hatten in der Vergangenheit jedenfalls nur 20 Prozent ihre
Restguthaben eingefordert. Insider kritisieren, Noch-Telekom-Finanzchef Karl
Gerhard Eick sehe bei dem Deal wohl eher die Interessen seines künftigen
Arbeitgebers als die der Telekom. Eick wird spätestens im März 2009 den
Chefposten bei Arcandor übernehmen.
Cap betreibt das Bonusprogramm Happy Digits derzeit für die Telekom und
Karstadt, daneben sind Partner wie Sixt an dem Angebot beteiligt. Nach der
vollständigen Übernahme wird Karstadt Happy Digits wohl auf eine reine
Karstadt-Kundenkarte reduzieren. Auch ein Arbeitsplatzabbau bei Cap ist
absehbar, derzeit arbeiten rund 100 Beschäftigte bei dem Joint Venture.
Karstadt wollte sich nicht zu Details der künftigen Geschäftspolitik äußern.

Autorin: Astrid Maier
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