DER SPIEGEL

Terrorbotschaft: al-Qaida kaperte Website von US-Firma

Server gehackt / Video von entführtem Amerikaner in Saudi-Arabien lag auf Rechner eines Landvermessungsunternehmens im Silicon Valley

– Erstmals hat die Terrororganisation al-Qaida ihre Botschaften nicht auf einer einschlägigen Internetseite hinterlegt, sondern eine private Web-Adresse missbraucht. Wie SPIEGEL ONLINE berichtet, wurde das Video, das die US-Geisel Paul Johnson in Saudi-Arabien zeigt, auf der Seite eines Landvermessungsunternehmens in den USA abgelegt. In einschlägigen islamistischen Internet-Foren wurde der entsprechende Link dann verbreitet. „Download des Films über den gefangenen Amerikaner. Vorzügliche Qualität“, heißt es dort.

Der Link führt direkt auf ein Unterverzeichnis der Website des US-amerikanischen Unternehmens Silicon Valley Landsurveying Inc. im kalifornischen San José. Augenscheinlich wurde die Seite extra zu diesem Zweck gehackt. Dafür spricht, dass das Unterverzeichnis, auf dem sich das Video befindet, erst kurz zuvor eingerichtet wurde – und zwar noch bevor die Nachrichtenagentur AP das Video eine gute Stunde später auf einer islamistischen Website entdeckte und eine entsprechende Meldung verbreitete.

Außer dem Film, der Johnson zeigt, sind auch Videos von weiteren Qaida-Anschlägen sowie eine Auswahl von Online-Magazinen des Terrornetzwerks dort hinterlegt worden.

Tim Redd, der Chef von Silicon Valley Landsurveying Inc., wollte den Vorfall SPIEGEL ONLINE gegenüber nicht kommentieren. Er zeigte sich aber überrascht über die Entdeckung. Mittlerweile ist das Unterverzeichnis, das der Website hinzugefügt worden war, wieder gelöscht.

Täglich werden hunderte Internetseiten auf ähnliche Weise gehackt; der Fachbegriff lautet "Subdirectory defacement". Es ist allerdings das erste Mal, dass das Terrornetzwerk al-Qaida von solchen Techniken für seine Propaganda Gebrauch gemacht und eine private Webseite gehackt hat.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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