SPIEGEL TV

Verkehrsexperte rechnet mit massiven Mautverstößen

BGL-Hauptgeschäftsführer nennt Kontrollsystem äußerst lückenhaft / Prellerei kaum zu ahnden

– Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Karlheinz Schmidt, rechnet mit massiven Verstößen gegen die ab Jahresbeginn 2005 geltende Lkw-Maut. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE sagte der Verkehrsexperte, angesichts der ab Sonntag zu erwartenden Staus im Umfeld der Maut-Terminals würden viele Trucker ohne gültiges Ticket fahren: „Wenn die Fahrer den kilometerlangen Stau sehen, dann werden sie mautfrei fahren, ganz ohne schlechtes Gewissen.“

Schmidt weist darauf hin, dass die vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) angekündigten scharfen Kontrollen eine Fiktion seien. „Die Zahl der Aufpasser ist winzig“, so der BGL-Geschäftsführer. Nach Berechnungen von SPIEGEL ONLINE kommt aufgrund des Schichtbetriebs der BAG-Aufpasser nur je ein Maut-Kontrolleur auf 128 deutsche Autobahnkilometer.

Auch die so genannten Kontrollbrücken, die Lkw automatisch scannen sollen, sind nach Angaben von Schmidt keine Hilfe. Wenn alle Brücken gleichzeitig scharf geschaltet seien, überlaste dies das zugehörige Computersystem. Deshalb sei jeweils „nur ein Bruchteil der Brücken“ in Betrieb, die anderen funktionierten dann nicht.

Ertappte Mautsünder könnten bei großen Staus vor den Terminals zudem argumentieren, dass für sie keine realistische Möglichkeit bestanden habe, ein Billett zu ziehen. Schmidt: „Wenn der Trucker nachweisen kann, dass es aufgrund von Staus oder technischen Pannen unmöglich war, ein Ticket zu lösen, dann ist das Schwarzfahren nicht ahndungsfähig.“

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Thomas Hillenbrand
Telefon: 040-38080-270
E-Mail: thomas_hillenbrand@spiegel.de

Kommunikation
Ute Miszewski
Telefon: 040/3007-2178
E-Mail: ute_miszewski@spiegel.de