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Volkswagen: Lkw-Chef stoppt Großprojekt "Phevos"

Leif Östling legt globalen Baukasten für Nutzfahrzeuge auf Eis

Der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen hat sein bislang ehrgeizigstes markenübergreifendes Lkw-Projekt gestoppt. Der neue Lkw-Vorstand Leif Östling habe den geplanten globalen Baukasten für leichte und mittlere Lkw auf Eis gelegt, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. September). In Konzernkreisen heißt es sogar, es werde keinen Neustart für das intern "Phevos" genannte Projekt geben. Wie geplant weiter vorangetrieben würden nur die Varianten für den lateinamerikanischen Markt. Östling sei zu dem Schluss gekommen, mit den restlichen Modellen lasse sich – wenn überhaupt – nicht genug Geld verdienen. Die Ausgaben für das Projekt hätten schon 500 Millionen Euro überschritten.

Auf die Phevos-Architektur sollte ähnlich wie auf Volkswagens Pkw-Baukästen mehr als ein Dutzend unterschiedlicher Lastwagenmodelle aufgesetzt werden. Sie sollte für mittelschwere und leichte Lkw genau so genutzt werden wie für große Transporter-Modelle und kleine chinesische Billiglaster. Allein bei Volkswagens Münchener Lkw-Tochter MAN arbeiteten zeitweise rund 350 Entwickler an dem Projekt. Volkswagens neuer Lkw-Vorstand Östling war bis zu seinem Wechsel nach Wolfsburg Vorstandschef des schwedischen Truckkonzerns Scania. An Scania hält VW ebenfalls die Mehrheit der Anteile. Die Schweden konzentrieren sich auf schwere Lastwagen. Sie hatte sich deshalb an Phevos nicht beteiligt.

Autor: Michael Freitag
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