DER SPIEGEL

Volkswagen-Vertriebsvorstand Detlef Wittig lehnt Discountpreise ab

Schaden größer als kurzfristiger Nutzen / Einstiegsmodell unter 10 000 Euro nicht machbar / Absage an Autowarenhäuser mit mehreren Marken


Der Vertriebs- und Marketingvorstand von Volkswagen, Detlef Wittig, lehnt Preissenkungen und besondere Rabattaktionen als Maßnahme gegen den schleppenden Absatz der Modelle Golf und Passat ab. "Wir werden keinesfalls in eine Nachlass- und Discount-Politik verfallen. Denn das würde auf Dauer auch die hohe Wertstabilität eines Volkswagen zerstören. Der Schaden wäre also größer als der kurzfristige Nutzen", sagte Wittig im Interview mit SPIEGEL ONLINE.

Für Händler, die zum Vertriebsnetz von Volkswagen gehören, halte der Konzern günstige Konditionen für die Finanzierung der auf Lager stehenden Fahrzeuge bereit. Ansonsten, so betonte Wittig, seien die Händler für die Kalkulation der Endpreise selbst verantwortlich. Eine Vorfinanzierung von Probefahrzeugen nach Art des Agenturvertriebs, wie Volkswagen ihn beim Phaeton praktiziert, lehnt der VW-Vertriebschef für die Großserienfahrzeuge ab.

Allerdings sei zu befürchten, sagte Wittig weiter, dass nach dem Wegfall der Gruppenfreistellungsverordnung der EU vom 1. Oktober an der Preisdruck in Europa zunehmen werde. Insbesondere kleinere Händler seien davon betroffen. "Von einigen haben wir gehört, dass sie darüber nachdenken, ob sich der Betrieb für sie noch lohnt."

An den Durchbruch großer Multi-Marken-Autowarenhäuser glaubt Wittig dagegen nicht. Marktstudien hätten ergeben, dass Kunden lieber kleinere Händler aufsuchten, die das Image der gewünschten Marke transportierten. Selbst in den USA, wo große Autohäuser mit einem vielfältigen Angebot unterschiedlicher Marken eine Zeit lang Mode gewesen seien, sei inzwischen wieder ein Trend zu Exklusivhändlern festzustellen.

Wittig schloss aus, dass VW ein Einstiegsmodell in der untersten Preisklasse für Europa bauen wird. "Ein Auto, das in Europa Erfolg haben soll, ist nicht unter 10 000 Euro zu bauen. Die Verbraucher würden es als nackte Blechkiste empfinden." In Asien und Lateinamerika sehe er für das Segment bessere Chancen.

Mit der Geschäftsentwicklung des neuen Luxus-VW Phaeton ist Wittig sehr zufrieden. "Von den 3900 Probefahrern haben immerhin rund 1200 den Wagen anschließend bestellt, also rund ein Drittel. Zusammen mit den Kaufverträgen, die ohne Probefahrt unterschrieben worden sind, verfügen wir beim Phaeton zurzeit über einen Auftragsbestand von 1500 Fahrzeugen."

Auch das Echo auf den auf den Geländewagen Touareg, der auf dem Pariser Automobilsalon seine Weltpremiere feierte, sei enorm. Dass zwischen den beiden teuersten VW-Modellen und dem bisherigen Spitzenmodell des Autoherstellers, dem Passat, noch Platz für ein ganz neues Modell ist, gibt Wittig zu. Indirekt verspricht der VW-Mann Abhilfe: "Ich vertraue da ganz auf die Kreativität unserer Entwickler."

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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