DER SPIEGEL

WAZ wird nicht Teilhaber am Süddeutschen Verlag

Gesellschafter-Clan Funke lehnt Engagement ab / Rendite-Erwartungen offenbar nicht erfüllt / Interesse an Regionalzeitungen bleibt bestehen
30. Oktober 2002

Hamburg - Die Essener Mediengruppe WAZ wird nicht Gesellschafter des finanziell angeschlagenen Süddeutschen Verlags in München. Die Entscheidung gegen ein Engagement in Bayern fiel nach Informationen von SPIEGEL ONLINE am Dienstag bei einer Gesellschafterversammlung des Funke-Stammes, einer der beiden WAZ-Eigentümer-Familien. Den fünf Gesellschafter-Familien, die den Süddeutschen Verlag kontrollieren, wurde die Entscheidung der Essener bereits mitgeteilt.

Noch am Montag hatte die hauseigene "WAZ" berichtet, dass die Essener Mediengruppe Interesse an einem Einstieg habe: "Wir prüfen das", wurde die eigene Geschäftsführung zitiert.

Wie aus Verhandlungskreisen verlautet, konnten sich die Mitglieder des Funke-Stammes, Petra Grotkamp (16,7 Prozent der Anteile), Renate Schubries (16,7 Prozent) sowie Frank und Gisela Holthoff (jeweils 8,3 Prozent) nicht über einen Einstieg beim Süddeutschen Verlag einigen - eine solche Investitionsentscheidung muss auch innerhalb der beiden WAZ-Gesellschafterfamilien, die jeweils 50 Prozent der Anteile halten, aber einstimmig getroffen werden.

"Unsere Rendite-Erwartungen hätten sich nicht erfüllen lassen", hieß es in Verhandlungskreisen. Der Brost-Stamm wollte die Entscheidung der WAZ-Mitgesellschafter gegenüber SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren.

Der SZ-Einstieg ist nicht die erste geplante WAZ-Großinvestition, die am Veto aus dem eigenen Gesellschafterkreis scheitert: So hatte die WAZ-Gruppe in diesem Jahr bereits an den Relikten der insolventen KirchMedia sowie am 40-Prozent-Anteil von Leo Kirch am Axel-Springer-Verlag Interesse gezeigt. Doch kam es nicht zum Abschluss.

Die Entscheidung der WAZ-Gesellschafter bezieht sich Insidern zufolge indes lediglich auf einen Einstieg auf Gesellschafter-Ebene des Süddeutschen Verlags - das Interesse an einzelnen Objekten der Münchner wie den Regionalzeitungen "Frankenpost" in Hof, "Freies Wort" in Suhl und der Coburger "Neuen Presse" bleibe bestehen.

Nach dem Ausscheiden der WAZ steigen die Chancen für die anderen potenziellen Investoren: Unter anderem haben der Stuttgarter Holtzbrinck-Konzern und die Verlagsgesellschaft Madsack aus Hannover offiziell ihr Interesse bekundet.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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