manager magazin

Widerstand gegen den Erben

Rechtsanwalt Stephan Holthoff-Pförtner soll nicht WAZ-Gesellschafter werden

Die Zeitungsgruppe WAZ („Westdeutsche Allgemeine Zeitung“) kommt nicht zur
Ruhe: Nach dem Tod der Gesellschafterin Gisela Holthoff Ende Juli gibt es
innerhalb der FFG Funke Familiengesellschaft (WAZ-Anteil 50 Prozent), die sich
aus den Stämmen Holthoff, Schubries und Grotkamp zusammensetzt, große
Widerstände gegen ihren Testamentsvollstrecker und mutmaßlichen Erben Stephan
Holthoff-Pförtner (62). Dies berichtet das manager magazin in seiner am
Freitag, 19. August, erscheinenden Ausgabe. Sollte Holthoff-Pförtner die
Rechtsnachfolge seiner Mutter antreten wollen, schreibt das Wirtschaftsblatt
weiter, werde zumindest der Grotkamp-Stamm dagegen vorgehen und eine
Feststellungsklage einreichen.

Stephan Holthoff-Pförtner, Rechtsanwalt in Essen, ist Adoptivsohn der
Verstorbenen. Als Bevollmächtigter seiner Mutter hatte er 2008 ohne Wissen
seiner Funke-Mitgesellschafter mehrere Verträge mit der Familie Brost
geschlossen, der die andere Hälfte der WAZ-Gruppe gehört. Als Gegenleistung für
ein Darlehen über 85 Millionen Euro sicherte er den Brosts eine umfangreiche
Kooperation zu sowie eine Kaufoption auf den WAZ-Anteil der Holthoffs. Die
Vorgänge hatten scharfe Proteste in der FFG ausgelöst.

Als Grund dafür, dass Holthoff-Pförtner die WAZ-Anteile seiner Mutter nicht
erben dürfe, werden jedoch nicht die Geheimverträge mit der Brost-Seite
angeführt, sondern die Bestimmungen innerhalb der FFG: Laut
Gesellschaftervertrag können WAZ-Anteile nur an Mitgesellschafter verkauft oder
an leibliche, nicht aber an adoptierte Kinder vererbt werden. Die
Holthoff-Seite bestreitet diese Interpretation mit dem Hinweis auf die völlige
Gleichstellung leiblicher und adoptierter Kinder.

Autor: Klaus Boldt
Telefon: 001 646 2020186

manager magazin
Kommunikation
Stefanie Jockers

Telefon: 040 3007-3036
E-Mail: Stefanie_Jockers@manager-magazin.de

Weitere Pressemeldungen

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr präsentiert der SPIEGEL vom 19. bis zum 23. Oktober auf SPIEGEL.de eine Neuauflage der…
Mehr lesen
Der Kölner Verleger Timo Busch übernimmt gemeinsam mit Partnern den Fachverlag Harenberg Kommunikation mit Sitz in Dortmund, seit 2007 eine Tochter…
Mehr lesen