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„Wirtschaftsstandort Österreich attraktiver als Deutschland“

Vier österreichische Regionen unter den Top Ten – beste deutsche Regionen ab Rang 443 / manager-magazin-Studie über Standortfaktoren

Österreich ist verglichen mit Deutschland der deutlich attraktivere Wirtschaftsstandort. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Zeitschrift manager magazin in ihrer aktuellen Ausgabe (Erscheinungstermin: 18. Februar 2005) veröffentlicht. „Österreich bietet gerade anspruchsvollen Produktionsunternehmen ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis“, begründet Henner Lüttich, Geschäftsführer der Standortberatungsfirma Contor und Autor der Studie, das überraschende Ergebnis.

Für die Studie wurden 1207 Regionen in allen 25 EU-Mitgliedsstaaten analysiert. Sämtliche österreichische Regionen liegen vor den besten deutschen. Vier österreichische Regionen schafften es sogar unter die Top Ten der EU insgesamt. Die besten deutschen Regionen finden sich abgeschlagen ab Rang 443. Insgesamt liegen die zehn besten österreichischen Regionen in ihrem Abschneiden eng beieinander (siehe Tabelle).

Vor allem drei Gründe sind für Österreichs gutes Abschneiden verantwortlich: die längeren Jahresarbeitszeiten (Österreich: 1750 Stunden, Deutschland: 1586 Stunden), die niedrigeren Ertragsteuern (Österreich: 25 Prozent, Deutschland: 38,7 Prozent) sowie die deutlich günstigere Relation der Lohnkosten zur Produktivität – in den österreichischen Top Ten liegt dieses Verhältnis zwischen 0,5 und 0,6, in den Top Ten Deutschlands zwischen 0,7 und 0,8.

Auch was die makroökonomische Entwicklung angeht, stimmt das in Deutschland populäre Klischee vom etwas rückständigen Nachbarland längst nicht mehr. In vielerlei Hinsicht hat die österreichische Volkswirtschaft die Bundesrepublik überholt. In den vergangenen zehn Jahren wies Österreich mehr Wirtschaftswachstum und mehr Investitionsdynamik sowie eine höhere Beschäftigung aus. Schon seit 1999 liegt die Wirtschaftsleistung pro Kopf höher – derzeit sind die Österreicher 12 Prozent reicher als die Deutschen.

Zum Ärger der deutschen Nachbarn trumpfen die österreichischen Standortvermarkter angesichts der günstigeren Zahlen auf. „Wir sind das bessere Deutschland“, sagte René Siegl, Chef der Austrian Business Agency (ABA), dem manager magazin. Die ABA versucht, frustrierte deutsche Mittelständler anzulocken. Siegls Botschaft: „Der Unternehmer bekommt bei uns alles, was er in Deutschland auch hat – allerdings ohne die deutschen Nachteile.“

Insbesondere der bayerischen Landesregierung sind solche Avancen ein Dorn im Auge. Gegenüber manager magazin wies Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) darauf hin, dass Österreich sich als „Billigstandort“ keineswegs „mit Ungarn oder Tschechien vergleichen“ könne. Auch als Hochtechnologie-Land könne es sich mit dem angrenzenden Freistaat kaum vergleichen: „Bayern ist einer der führenden Hightech-Standorte der Welt.“

Ausgangspunkt der manager-magazin-Studie waren zwölf typische Standortfaktoren für technologisch anspruchsvolle Industriebetriebe, darunter die örtliche Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, Produktivität, Lohnkosten, Ertragsteuern, Infrastrukturausstattung und die Verbreitung von Kriminalität und Korruption. Auch die langfristigen Wachstumschancen gingen in die Untersuchung ein, insbesondere wurde die künftige Bevölkerungsentwicklung durch die Berücksichtigung von Geburtenraten einbezogen.

Ansprechpartner: Dr. Henrik Müller, Telefon: +49-171-523 76 23

Weitere Details und die Studie zum Download unter:
www.manager-magazin.de/link/austria/

Rang
Region*
Punktzahl
1 Rheintal-Bodenseegebiet
169
2 Steyr-Kirchdorf
167
3 Linz-Wels
165
4 Sankt Pölten
153
5 Salzburg und Umgebung
152
6 Graz
151
7 Oststeiermark
151
8 Tiroler Unterland
150
9 Weinviertel
150
10
Innsbruck
147

*gemäß EU-Kategorie „Nuts 3“
Quelle: manager magazin 3/2005

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