DER SPIEGEL

Zuwanderung: Henkel kritisiert „reinen Populismus“ der Union

Ex-BDI-Chef warnt vor weiterem „Brain drain“ / „Peter Müller neuerdings Oberpopulist“

Berlin, 9. März 2004 - Hans-Olaf Henkel, Präsident des Wissenschaftsverbandes Leibniz-Gemeinschaft und früherer Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), wirft den Unionsparteien vor, in Fragen der Zuwanderungspolitik „reinen Populismus“ zu betreiben. „Die Behauptung, wir könnten uns wegen der 4,6 Millionen Arbeitslosen keine Zuwanderung leisten, ist ein reines Totschlagargument“, sagte Henkel im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Dies sei der Punkt, der ihn „am allermeisten ärgere“. Tatsächlich sei das von der Regierung vorgeschlagene und von der Union abgelehnte Punktesystem dafür gedacht, „Ausländer mit Qualifikationen hereinzulassen, die hier dringend gebraucht werden“, erklärte Henkel. „Die schaffen sogar noch Arbeitsplätze.“

Der Verzicht auf eine solche Regelung verschärfe das Problem des „Brain drain“ in Deutschlands Industrie und Forschungseinrichtungen, warnte Henkel. „Wir sind mittlerweile Netto-Exporteur von Fähigkeiten geworden. Uns fehlen Hochqualifizierte.“

Besondere Kritik übte Henkel am saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, der als Vorsitzender der Einwanderungskommission der CDU einst selbst für mehr Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland eintrat. Heute könne man Müller „gar nicht mehr wieder erkennen. Der ist neuerdings der Oberpopulist bei diesem Thema“, sagte Henkel.

Der vollständige Text ist unter www.spiegel.de abrufbar.

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