manager magazin

Zwölf Interessenten wollen Kirch Media übernehmen

Vertrauliche Studie von Roland Berger beziffert Risiken

Zwölf Unternehmen sind an einer Übernahme des insolventen Münchener Medienunternehmens Kirch Media interessiert, zu der unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung an der Pro Sieben Sat 1 Media AG gehört.

Wie das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 19. Juli 2002) berichtet, haben sich bislang sechs Übernahmekonsortien zusammengefunden. Im Einzelnen handelt es sich um die Altgesellschafter Lehman Brothers, News Corporation und Mediaset; den Heinrich Bauer Verlag und den Axel Springer Verlag; die Commerzbank und Columbia Tristar; den US-Medienkonzern Viacom; den französischen Fernsehsender TF1; den amerikanischen Milliardär und Filmproduzenten Haim Saban. Die niederländische Produktionsfirma Endemol und die US- Senderkette NBC wollen sich eventuell bestehenden Bietergruppen anschließen.

Florian Lahnstein (37), der beim Bankhaus UBS Warburg die Versteigerung von Kirch Media leitet, wird mit den Worten zitiert: "Wir sind sehr zufrieden mit der Quantität und Qualität der Nachfrage." Laut manager magazin erwarten die Kirch-Gläubiger einen Versteigerungserlös von mindestens 3,7 Milliarden Euro.

Laut einer vertraulichen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger müsste bis Ende 2002 die Anzahl der Beschäftigten von Kirch Media um 1245 Mitarbeiter gesenkt werden, damit der Business-Plan aufgeht.

Laut Berger-Papier könnte die auf rund 30 operative Gesellschaften reduzierte Kirch Media im kommenden Jahr einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro (2004: 3,02 Milliarden Euro, 2005: 3,16 Millarden Euro) und ein Ebit von 323 Millionen Euro (2004: 439 Millionen Euro, 2005: 573 Millionen Euro) erzielen. Nach der Ergebnisabführung an die weiteren Gesellschafter der Pro Sieben Sat 1 Media AG bliebe in 2003 allerdings nur ein Konzern-Jahresüberschuss von 5,9 Millionen Euro übrig.

Laut manager magazin weist die Berger-Expertise überdies erstmals den Wert der legendären Filmbibliothek aus. Der fiktive Buchwert wird mit 1,7 Milliarden Euro beziffert. Der Marktwert beträgt, in Anbetracht der mangelhaften Qualität des Programmstocks, hingegen kaum mehr als 700 bis 800 Millionen Euro.

Autor: Klaus Boldt
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